Ich kandidiere zum stellvertretenden Landesvorstandsvorsitzenden

By | 1. April 2012

Ok, wie vermittel ich jetzt glaubhaft, dass ich wirklich kandidieren will und dies nicht nur ein Aprilscherz ist? Vielleicht so: Ich finde den ersten April albern und lächerlich und würde niemals ein Aprilscherz machen, naja, zu mindest zu diesem Thema nicht.

So, zur Sache.

Wie aus der Überschrift schon hervor geht kandidiere ich zum stellvertretenden Landesvorsitzenden.

Warum tue ich mir das an?

Es kommen große Dinge auf uns zu, die vorbereitet werden wollen und müssen. 2013 natürlich die Bundestags- und Europawahl und 2014 die Landtagswahl und Kommunalwahlen. In diesen Zusammenhang müssen wir unser Programm schärfen und auch auf landesspezifische Themen achtgeben. In der Vergangenheit wurden Plenen und Themen im Landtag sträflich vernachlässigt, z.B. den kommunalen Finanzausgleich und die Gebietsreform. Da es mich schon lange gewurmt hat, dass da niemand so richtig sowas im Auge hat, würde ich das gerne übernehmen wollen und damit zusammenhängend unser Programm weiter ausbauen bzw. spezifizieren.

Auch würde ich gerne die inhaltliche Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, Parteien und Verbänden verbessern und angehen. (Disclaimer: Ich rede nicht von einer Kooperationsvereinbarung! Die Älteren werden es noch wissen… ;)) Wir sind, was mit Mehr Demokratie e.V. und “ Bürgerallianz – Thüringen gegen überhöhte Kommunalabgaben e.V.“ angeht, auf einem guten Wege und müssen das noch weiter ausbauen. Zusammenarbeit bei gemeinsamen Zielen ist richtig und wichtig.

Weiterhin möchte ich zu allen Kreisverbänden und den noch kommenden ein gutes Verhältnis hegen, d.h. ich will den „Thüringen Stammtisch“ von Erfurt lösen und mal quer durch Thüringen damit ziehen. Dies natürlich mit viel Tam Tam ankündigen. Damit können wir evtl. Passiv-Piraten mobilisieren und neue Mitglieder gewinnen.

Mit dieser „Wanderung“ zusammenhängend will ich auch mit dem Infostand quer durch Thüringen ziehen und uns auch in Gegenden hinstellen, wo wir noch nicht so einen großen Zulauf haben (Suhl, Eichsfeld usw.). Um mal den noch amtierenden Landesvorsitzenden zu zitieren: „Wir müssen in die Breite gehen.“ So nach dem Motto: „Piraten: Jetzt auch in Ihrer Stadt!“

Also, wofür möchte ich im Vorstand verantwortlich sein?

  1. Ich will den Programmausbau vorrantreiben, vor allem in Bezug auf thüringspezifische Themen.
  2. Ich will Kontakt zu anderen Parteien und Vereinen sein.
  3. Ich will organisieren (Veranstaltungen, Infostände, Parteitage, Plenen etc.)
  4. Ich will Ansprechpartner für die Mitglieder sein.
  5. Natürlich will dann einspringen, wenn unser neuer Vorsitzender verhindert ist.

Warum habe ich das bisher nicht schon gemacht?

Nun, man kann, so leid es mir tut, auch nur auf einer Hochzeit tanzen. Bisher habe ich mich hauptsächlich um die Kommunalpolitik in Erfurt gekümmert. Mittlerweile glaube ich, dass die KoPo relativ gut funktioniert und mich theoretisch nicht mir braucht. Ich möchte, natürlich auch um es mir selbst zu beweisen, zu anderen Ufern gehen – um mal die Seefahrer-Wortspiele wieder zu bringen – und mich in anderen Dingen aktiv einbringen.

Und die, die mich kennen, also hauptsächlich KV Erfurt, aber auch viele alteingesessene Piraten, wissen, dass ich ein Arbeitstier bin und sehr viel für die Piraten tue.

Zeitthematik

Es ist kein Geheimnis, dass ich mich gerade selbstständig mache und nebenher (höhö) noch angewandte Informatik studieren. Mir ist auch bewusst, dass diese Amt kein Amt ist, was man einfach mal so im Vorbeigehen löst und schafft. Bis Mitte Mai, also ab dem Zeitpunkt, wo ich potenziell gewählt werde, habe ich das gröbste meiner Selbstständigkeit erreicht und kann mich endlich hauptsächlich den Auftragsarbeiten hingeben. Das praktische ist, dass ich dadurch eine gewisse Flexibilität besitze, und mir meine außer-hochschulischen Zeit frei einteilen kann. Ich denke, dass ich ab Mai wieder auf gute 30 Stunden Piratenarbeit kommen kann.

„Der tritt doch eh wieder zurück!“

Für die, die mich nicht kennen, noch eine Erklärung zu diesen Punkt. Ich war von April 2011 bis November 2011 stellvertretender Kreisvorsitzender des Kreisverbandes Erfurt. Nach dem Rücktritt des Vorsitzenden dort waren nur noch drei Vorstände aktiv, inklusive mir. Ich bin im November von meinen Amt zurückgetreten und habe den KV handlungsunfähig zurückgelassen. Kann das wieder passieren, dass ich zurücktrete? Ich kann das nicht ausschließen, aber das kann keiner der Kandidaten. Es passieren häufig unvorhergesehen Dinge, die einem das ganze Leben übern Haufen werfen. Ich kann nur eine Erklärung dazu abgeben, warum ich zurückgetreten bin.

In meinen Text schrieb ich, dass es Überarbeitung war, aber das ist nur eine Seite der Geschichte. Ich war damals extrem psychisch fertig. Und alles ist auf mich irgendwie eingeprasselt. Ich stand kurz vor meiner fristlosten Kündigung der Wohnung, da ich bis im Dezember hinein kein Bafög bekommen habe und war noch politisch tätig. Das alles war mir damals zu viel und ich habe, bevor ich eine Dauerplatz im Krankenaus bekomme, einen Schlussstrich gezogen und bin zurückgetreten. Meine fristlose Kündigung kann nicht mehr passieren, da ich jetzt ein elternunabhängiges Bafög bekomme.

Shitstorm-Vermeidungsstrategie

Da die Frage ganz sicher kommen wird, werde ich sie hier gleich abhandeln. Einen Shitstorm zu vermeiden ist mitunter gar nicht so einfach. Wir reden hier von Piraten und Piraten sehen eigentlich fast überall ein „…gate“. Ich würde versuchen durch eine möglichst hohe Transparenz zu mindestens allen Mitgliedern die nötigen Informationen an die Hand geben. Dazu führe ich, wie schon als stellvertretender Kreisvorsitzender und unser derzeitiger Vorsitzender, einen inkrementellen Arbeitsbericht, welche ich auch jetzt noch als Basis fortführe, da trage ich einen Großteil meiner „Arbeit“, ein. Großteil deswegen, weil ich ein kleines ADS-Kind bin und es sein kann, dass ich Dinge, für die ich nur kurz Zeit brauch einfach vergesse, z.B. einen Link auf der Homepage umzusetzen. Ich würde auch mein Abstimmungsverhalten immer darlegen und bin auch bereit mich deswegen jedes Mal zu rechtfertigen. Am liebsten natürlich auf dem Stammtisch, aber von mir aus auch auf der Mailingliste.

Eine weitere Strategie um so etwas zu vermeiden, wäre auch, das für mich selbst auferlegte Ziel, ruhiger und gelassener zu werden. Manchmal kann man einen Shitstorm einfach nicht vermeiden und da ist die beste Art es „auszusitzen“ immer ruhig und sachlich zu bleiben und einfach mal seinen Mund zu halten.

Fin

Zum Absluss vielleicht noch folgende Worte. Ich würde mich natürlich freuen, wenn ich am 12. Mai gewählt werden würde, aber ich bin ehrlich gesagt auch nicht traurig darüber, wenn das nicht passiert. Ich kann auch ohne Amt leben, aber als guter Demokrat sollte man wenigstens Alternativen anbieten können. Ich biete mich hiermit als Alternative an :)

 

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