Bewerbungstext zur Kandidatur oder so…

By | 1. November 2012

Ahoi,

nur ganz kurz diesen Text, weil ich eigentlich keine Zeit dafür habe. Ein Großteil habe ich ja schon mit den Fragen abgedeckt. Infos zu meiner Person, meine Themenschwerpunkte und mein Lebenslauf sind hier und hier zu finden. Ein Kandidatengrillen ist hier zu finden.

Warum Listenplatz 4-x?

Es dürfte mittlerweile klar sein, dass ich als “Ersatzpirat” in den Bundestag will, also als “Nachrücker”. Warum will ich das?

Nun ich bin da ganz realistisch. Ich werde niemals auf einen der ersten Plätze gewählt werden. Dafür bin ich denke ich einfach zu umstritten, diplomatisch formuliert. Und ich denke auch nicht, dass ich dann die Chance haben werde im Bundestag zu ziehen, denn wir können froh sein überhaupt die 5-Prozent-Hürde zu knacken. Ich habe mir also überlegt, wie ich den Piraten trotzdem mit einer evtl. Kandidatur helfen kann. Klar, das Argument “eine Wahl zu bieten” ist auch hier gültig, aber das ist nicht mein einziges Anliegen. Ich würde gerne dafür Sorge tragen, dass wir eine gewisse Ausfallsicherheit im Bundestag haben, d.h. dass für unsere Abgeordneten ein BackUp bereit steht, welches die Aufgaben übernehmen kann. Das würde ich gerne machen.

Kann der überhaupt arbeiten?

Ich sehe mich als fähig an, im Bundestag gut und ordentlich zu arbeiten. Mir ist bewusst, dass Reden im Bundestag und Abstimmungen nur ein kleiner Teil der Aufgaben sind, die ich zu erledigen habe. Ein Großteil der Zeit wird vermutlich das Wälzen von Akten, Lesen und Schreiben von Anträgen, Fraktionssitzungen, Unterredungen mit Lobbyisten (Lobbyismus ist erst einmal nichts schlechtes, sondern nur eine Form der Interessenvertretung), Bürgersprechstunden in meinem Wahlkreis und natürlich Pflichttermine zu irgendwelchen repräsentativen Veranstaltungen, wie z.B. Podiumsdiskussion. Mir ist auch bewusst, dass ich wohl 80 bis 100 Stunden arbeiten werden müsse. Das ist mir aber ganz recht, denn ich mache gerne Dinge™ für die Piraten und Politik.

Partei, Fraktion, Bürger, Medien und der Abgeordnete

Es steht außer Frage, dass zwischen den fünf Faktoren ein großes Spannungsverhältnis besteht.

Zu allererst, wenn ich in den Bundestag gehe, werde ich meine Meinung nicht aufgeben, d.h. ich werde, wenn ich es denn mit meinen Gewissen so vereinbaren kann, auch gegen unser Parteiprogramm entscheiden. Ich werde mich aber immer sofern es mir eben möglich ist, an dieses halten. Ich werde also keinen Kriegen zustimmen, werde für die Liberalisierung von Drogen stimmen, gegen Überwachungsgesetze, für mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz und prinzipiell für mehr freiheitliche Selbstbestimmung des Einzelnen. Und da unser Programm weitestgehend auf diesen Grundsatz ausgelegt ist, sehe ich da kein Problem, so abzustimmen.

Ich denke nicht, dass wir Piraten innerhalb der Fraktionen einen Zwang auf deren Mitglieder ausüben werden, damit die für ein Thema so oder so abstimmen werden. Deswegen denke ich nicht, dass es hier Probleme geben wird. Aber vor allem in der Wechselwirkung mit Partei und Bürger können Fragen aufkommen, was wir eigentlich da machen. Hier muss man mit einem Höchstmaß an Transparenz entgegen wirken. Wie bereits jetzt, werde ich auch in Zukunft einen Inkrementellen Tätigkeitsbericht führen, um den Leuten einen genauen Einblick in meine Arbeit zu geben. Ich werde meine Einkünfte und Kontakte offen legen, ebenso meine Termine. Werde Geschenke, sollte ich denn welche bekommen und nicht ablehnen können entweder der Partei spenden oder verschenken. Ich werde mein Abstimmungsverhalten immer veröffentlichen. Ich werde den Leuten die Möglichkeit geben mich direkt an Stammtischen ansprechen zu können, werde meine Telefonnummer veröffentlichen. Auf Fragen über Formspring eingehen und auch über die ganzen anderen sozialen Netzwerke, sofern es meine Zeit zulässt reagieren.

Die Medien werden uns ohne Zweifel das Leben schwer machen und immer jeden noch so kleinen Fehler beleuchten und als Gate hochstilisieren. Die einzige Möglichkeit, damit fertig zu werden, sehe ich darin, dass mir Interviews vor den Druck noch einmal vorgelegt werden, dass ich auch hier wieder möglichst transparent mit meinen Fehlern umgehen und vielleicht auch mal ab und an meinen Kopf einschalten, bevor ich etwas sage.

Der will nur Geld!

Ein Bundestagsabgeordneter wird gut bezahlt und ja auch die Bezahlung macht die Arbeit auf den ersten Blick  attraktiv (eine genaue Auflistung hat der Carsten gegeben). Auf den ersten Blick. Wenn man sich aber genauer die Verantwortung, den Stress durch Bürger und Presse und den Arbeitsaufwand anschaut, so muss man erkennen, dass es eigentlich mehr als verrückt ist, in den Bundestag zu gehen. Zumindest, wenn man nicht nur seine vier Jahre absitzen, sondern auch Dinge verändern will. Insofern kann ich sagen, dass ich das Geld zwar sehe und es mir eine Gewisse Flexibilität verleihen würde, es aber mitnichten der Grund ist, warum ich in den Bundestag will.

Machst du beim Wahlkampf mit?

Jo, auf alle Fälle. Wahlkämpfe sind immer lustig und man kann dann sehr gut mit den Menschen, den sogenannten “Bürgern” ins Gespräch kommen.

Fin

Was gibt es zum Schluss noch zu sagen? Ich würde mich freuen, wenn ich gewählt werden würde, aber ich wäre auch nicht böse, wenn ihr es nicht tut. Es ist eure Wahl.

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