Verantwortung übernehmen

By | 10. März 2013

Man kann nicht sagen, dass ich mit der derzeitigen Kandidatenlage bei der Neuwahl des Landesvorstandes in Thüringen zufrieden bin. Ich habe mehr als einma darüber ausgelassen, dass sie ziemlich doof ist. Aber unkonstruktives gebashe bringt bekanntlich niemanden etwas – vor allem nicht dem Landesverband Thüringen. Deshalb habe ich mich auch nach Hinweisen und Ermutigungen von mehreren Piraten dazu entschlossen, Verantwortung zu übernehmen und zumindest zu versuchen, die Kandidatenlage aus meiner Sicht zu verbessern. Deshalb bewerbe ich mich jetzt um ein Pöstchen im Landesverband – genauer gesagt als Generalsekretär der PIRATEN Thüringen.

Kurz zu meiner Person

Ich bin 1986 geboren. Derzeit bin ich Student der angewandten Informatik im Urlaubssemester und plane im Oktober diesen Jahres mein Studium wieder aufzunehmen und abzuschließen. Von April 2011 bis zu meinem Rücktritt im November 2011 hatte ich das Amt des Stellvertretenden Kreisvorsitzenden im Kreisverband Erfurt inne. Dazu später noch mal ein paar Worte. Bis jetzt habe ich hauptsächlich in der Erfurter (und mittlerweile ein bißchen in der von Potsdam-Mittelmark) Kommunalpolitik gearbeitet. In der Vergangenheit bin ich auch auf LPTs hauptsächlich durch progressive Anträge aufgefallen, sei es durch Synchronisation der ML, Aufzeichnung der Vorstandssitzung oder Wahlrecht ab Geburt. Aber allein schon die ersten beiden Anträge zeigen, worin ich mein Aufgabengebiet sehe.

Aufgabengebiete

Neben der obligatorischen Mitgliederverwaltung, die man sicher nicht unterschätzen darf, denn dazu zählt meiner Meinung nach neben Mitgliederaufnahme und Aktualisierung der Daten auch Ansprechpartner für die Mitglieder zu sein und ihnen bei Fragen zu helfen, sehe ich es als Aufgabe des GenSeks, die programmatische Arbeit der Basis zu ermöglichen. Da ich bereits bei meinen Tätigkeiten als Vorstandsmitglied v.a. organisatorisch tätig war und eher als Basispirat programmtisch getrollt habe, sehe ich auch darin meine Stärken.
Zu der Ausgestaltung des Amtes stelle ich mir folgende Aufgaben vor:

  • Inventar: Ich will noch vor dem Wahlkampf (auch wenn wir uns schon im Wahlkampf befinden) eine Inventur machen und genau schauen, was da ist und was fehlt. Das schließt die Aktualisierung der Inventarliste ein, um zumindest einigermaßen die Mengen der Streu- und festen Inventarmittel zu erfassen und ggf. Nachbestellungen zu tätigen. Ein paar tatkräftige Piraten haben schon ihre Unterstützung zugesichert.
  • Organisation der Parteitage, Plenen: Vor allem die Locationsuche will ich transparenter gestalten. In anderen LVs ist es bereits üblich eine offene Ausschreibung zu veranstalten. So etwas möchte ich in Thüringen auch gerne haben. Erstens ist das Verfahren dann transparenter und nachvollziebarer und andererseits kann es sein, dass sich vielleicht irgendwo eine super Raum befindet, den ich aber durch meine eingeschränkten Möglichkeiten, nicht überall gleichzeitig sein zu können, vielleicht nicht sehe. Für die Locationssuche sollten wir zudem Mindeststandards (Kinderbetreuung, gute Verkehrsanbindung, Fahrgemeinschaften, Rollstuhlbefahrbar usw.) festlegen, damit möglichst viele Piraten zu unseren Treffen und Versammlungen kommen können.
  • Organisation von sonstigen Treffen: Reallife-Treffen sind toll! Das steht außer Frage. Man kann unter Umständen bei ihnen besser Probleme lösen, als in Mumble-Gesprächen, den Mailinglisten, im Antragsportal oder in Pads. Ich würde mir ja wünschen, dass wir vor LPTs schon mal Antragskonferenz zu den LPTs machen, am besten noch innerhalb der Einreichungsfrist, um mögliche Probleme und Verbesserungsvorschläge mit den Anträge klären. Damit können Anträge auf den LPTs effektiver abgearbeitet und bewahrt uns vor Antragsannahme-Fails (PA 063). Nur wie so häufig kommt hier zwei ganz entscheidene Probleme hinzu. Zum einen reichen viele Piraten ihre Anträge auf den letzten Drücker ein, was eine Besprechung dieser Anträge vor Einreichungsfrist unmöglich macht. Zum anderen die Ressource Zeit. Wir werden im kommenden Jahr voll ausgelastet mit Wahlkampf sein, so dass wir nicht noch die Zeit haben, größere Treffen, als die zwei Parteitage und Plenen zu veranstalten. Deswegen ist es völlig illusorisch zu glauben, dass man nebenbei noch was anderes machen kann. Leider weiß ich hierfür noch keine Lösungsmöglichkeit. Vielleicht sind hier die Kreisvorstände gefragt, um dezentrale Treffen innerhalb ihres Kreises zu veranstalten (Stichwort: Themenstammtische). Vielleicht ist es auch sinnvoll einen Großteil davon ins Netz zu verlegen (Stichwort: SMV).
  • Mitgliederbetreuung/Mitgliedermotivation: Die Mitgliedermotivation ist ein Problem, welches wohl so alt ist wie die Piratenpartei selbst. In Thüringen sind wir mit unserer Aktivenzahl sogar noch gut aufgestellt und wie viele andere habe auch ich die Hoffnung, dass wir im Wahlkampf noch mehr Mitglieder mobilisieren können. Aber allein darauf dürfen wir uns nicht verlassen. Als meine erste „Amtshandlung“, werde ich beantragen, dass wir in unserer monatlichen Umfrage einfach mal die Leute fragen, was sie denn genau davon abhält sich zu beteiligen und an RL-Treffen teilzunehmen. Denn bevor man ein Problem bekämpft, muss man das Problem erst analysieren.
  • Vernetzung: Die, die mich kennen, werden wissen, dass ich ein Fan von Vernetzung bin. Ich bin immer daran interessiert – sofern es mein zeitliches und finanzielles Budget zulässt – mich mit Mitgliedern anderer LVs sowie mit politischen Personen und gemeinnützigen Vereinen außerhalb der Piratenpartei zu vernetzen. Die letzten Jahre habe ich dabei immer stätig meine Kontakte ausgebaut und will das auch innerhalb meines Amtes fortsetzen.

FAQ (häufig gestellte Fragen)

Hast du denn überhaupt schon Erfahrungen in der Mitgliederverwaltung?

Nun, ich war – wie oben schon erwähnt – stellvertretender Kreisvorsitzender im KV Erfurt und habe damals u.a. die Mitgliederverwaltung übernommen. Zwar war die Mitgliederverwaltung damals (vor Berlin) noch nicht so zeitaufwendig wie heute, aber ganz unerfahren bin ich da nicht. Ich würde auch gerne unser Programm zur Mitgliederverwaltung schon vorher genauer ansehen. Leider gibt es dazu keine Test-Instanzen, in die ich mal reinschauen kann, aber ich denke, dass unser jetzt scheidener GenSek mir sicher dabei helfen wird, mich recht schnell darin einzuarbeiten. Zudem bringen ich durch mein Studium und meine Programmierkenntnisse einige Erfahrung in der Auseinandersetzung mit mir unbekannten Programmen mit.

Wolltest du nicht nach Brandenburg ziehen?

Ich bin derzeit in der beneidenswerten Lage meinen Umzug noch verschieben zu können und erst nach dem Ende meiner Amtsperiode gen Brandenburg zu ziehen. Das habe ich schon mit der Person geklärt, die das tangieren würde.

Warum kommt die Kandidatur erst so spät?

Bisher hatte ich gedacht, dass ich eigentlich gar nicht kandidieren müsste, da mit Yves bereits ein guter Kandidat für den Posten kandidierte. Yves hat aber kürzlich seine Kandidatur zurückgezogen und entsprechend meines Blogtitels werde ich jetzt Verantwortung übernehmen und freue mich über die Aufgabe als GenSek.

Hast du dafür Zeit?

Wie schon gesagt, werde ich nach dem Ende der BTW 2013 mein Studium wieder aufnehmen. Bis dahin kann ich bis zu 40 Stunden in der Woche für die Piraten opfern. Danach wird mein Zeitaufwand zurückgehen müssen, was aber auch noch bei ca. 20 bis 30 Stunden liegen würde. Also ja, ich habe Zeit.

Wie können wir uns sicher sein, dass du nicht wieder zurücktrittst?

Gar nicht. Ich weiß nicht, was in Zukunft noch auf mich zu kommt. Weiß nicht, ob ich vielleicht an einer unheilbaren Krankheit erkranke oder sowas. Aber ihr könnt euch versichert sein, dass ich als einen meiner größten Fehler innerhalb der Piratenpartei meinen Rücktritt ansehe und ich werde so etwas auch in Zukunft vermeiden. Dazu hilft mir ersten meine Konzentrierung auf bestimmte Aufgabenbereiche und zweitens mein sozialer Rückhalt, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Piraten.

Trittst du noch für andere Ämter an, außer das des GenSeks?

Nein, ich trete ausschließlich für den GenSek an. Ich bin der Meinung, dass ich den Piraten so am besten dienen kann.

Strebst du ein Mandat an?

Ein Mandat strebe ich nicht an. Ich könnte mir aber ein Engagement auf kommunaler Ebene – beispielsweise im Stadtrat – vorstellen.

Kannst du denn mit allen Kandidaten zusammenarbeiten?

Ich denke, dass man auf einer professionellen Ebene mit jedem auf der Liste arbeiten kann. Natürlich präferiere ich bestimmte Kandidaten mehr, als andere, aber alles in allen kann ich mit jedem zusammenarbeiten. Ich muss die betreffenden Personen ja nicht heiraten oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft mit ihnen eingehen. ;)

Deine „Shitstorm-Vermeidungsstrategie“ (Beyer-Gedenkfrage)?

Transparenz! Die beste Art Shitstörme zu vermeiden, ist der Basis zu ermöglichen, alle Entscheidungen nachvollziehen zu können. Deshalb werde ich mich auch innerhalb und außerhalb von Vorstandssitzungen für jede meiner Entscheidungen rechtfertigen. Ich werde, wie ich es die vergangenen Jahre schon fortgesetzt habe, auch meinen inkrementellen Tätigkeitsbericht führen. Damit könnt ihr jederzeit nachvollziehen, was ich getan habe. Selbstverständlich werde ich immer ein offenen Ohr für eure Fragen haben.

Du hast Harrys Antrag übernommen!

Das ist keine Frage, aber trotzdem möchte ich darauf antworten. Als der Antrag von Harry, also besagter populistischer zweiter von der Liste genommen wurde, hieß es, dass er nicht zugelassen wird, weil Nicht-Mitglieder kein Antragsrecht haben. Meines Erachtens nach verstößt das eklatant gegen die Grundsätze der Piraten. Deswegen habe ich den Antrag übernommen. Am selben Tag noch, so nach 23.00 Uhr bekam ich einen Anruf unsereres Vorsitzenden, der mir erklärte, dass es innerhalb des Landesverbandes Leute geben könnte, die sich davon beleidigt fühlen könnten. Mit dieser Argumentation konnte ich leben, also habe ich den Antrag zurückgezogen. Wäre die Erklärung gleich von Anfang an gekommen, dann hätte ich ihn auch gar nicht übernommen.

Update vom 12.03.2013 um 15:50:

Hier ist meine Schwertliste zum Unterstützen der Aufgaben als Generalsekretär.

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One thought on “Verantwortung übernehmen

  1. Harry

    Mein Antrag ist nicht populistisch – aber wenn man sich manches von dem Antrag betroffene Gesicht ansieht, könnte man ihn vielleicht wortspielerisch als popolistig bezeichnen.

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